Schnittstellen Islam, Gender, Migration: Selbstentwürfe von Musliminnen in pädagogischen Handlungsfeldern

Dieser Vortrag befasst sich mit jungen Musliminnen in pädagogischen Handlungsfeldern. Eine der in diesem Zusammenhang führenden Leitfragen ist, wie sie religiöse Motive mit Aspekten ihrer Identität als Mädchen und junge Frauen verbinden. Das betrifft sowohl ethische, spirituelle und auf den religiösen Lebensstil bezogene Motive als auch Konstruktionen von Wirklichkeit sowie Normen- und Loyalitätskonflikte. Diese Forschungsperspektive ergibt sich daraus, dass junge Musliminnen im Kontext kritisch- feministischer Diskurse um Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechtsidentität weit gehend noch unberücksichtigt bleiben. Relevant ist hierbei die Frage zwischen islamisch-religiösen Überzeugungen und Narrativen mit den unterschiedlichen geschlechterrelevanten Sozialisationsstationen. Im Vortrag werden die Prozesse der Positionierung von Mädchen und jungen Frauen etwa mit Blick auf den Islam als Faktor religiöser Lebensstilentscheidungen oder auf geschlechtsbezogene Rollenkonstruktionen skizziert. Mit Blick auf die Sozialisationserfahrungen und die Analysekategorien „gender, race, class“ wird dabei auch die Frage nach dem Zusammenhang zwischen konstruierten Diskriminierungsparadigmen und individueller religiöser Selbstverortung einbezogen.


Meltem Kulaçatan ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich islamische Religionspädagogik und Fachdidaktik des Islamischen Religionsunterrichts an der Goethe Universität Frankfurt am Main.

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