Interventionen gegen Rassismus und Diskriminierung in Bildungseinrichtungen

In Bildungseinrichtungen wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen wird die Auseinandersetzung mit Rassismus u.a. Formen der Diskriminierung noch kaum als regulärer politischer und professioneller Verantwortungsbereich und Gestaltungsaufgabe begriffen, sondern zumeist reflexartig abgewehrt. Insbesondere Formen des institutionellen Rassismus bzw. der institutionellen Diskriminierung gelten als schwer greifbarer, wenig verstandener Aspekt sozialer Ungleichheit und Unterdrückung. Vor dem Hintergrund aktueller gesetzlicher Bestimmungen zum Schutz vor Diskriminierung werden im Vortrag verschiedene Formen der Diskriminierung abgegrenzt und ihre empirische und theoretische Relevanz am Beispiel von Schule und Berufsausbildung untersucht. Dass die Auseinandersetzung mit (institutioneller) Diskriminierung geeignet ist, systematische Veränderungsprozesse in Bildungseinrichtungen unter Zielen der Teilhabegerechtigkeit anzuregen – und damit einer Individualisierung von Problemursachen entgegenzuwirken – soll unter Einbezug von Ergebnissen einer wissenschaftlichen Begleitstudie untermauert werden.


Prof. Dr. Mechtild Gomolla ist seit Oktober 2009 Professorin für Erziehungswissenschaft, insbesondere interkulturelle und vergleichende Bildungsforschung an der Helmut Schmidt-Universität Hamburg; Forschungsschwerpunkte u.a.: Bildungsungleichheit und (institutionelle) Diskriminierung; gerechtigkeitsorientierte Organisationsentwicklung/Schulentwicklung und Professionalisierung in der Migrationsgesellschaft


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