Bildung und Bildungsbiografien in einer Gesellschaft mit Rassismushintergrund

Mittels einer explorativen Studie wurden Wege und Strategien von allochthonen und autochthonen Sinti- oder Romafrauen innerhalb ihrer Bildungs- und Berufswege nachgezeichnet. Dabei wurden individuelle wie auch kollektive Muster der Bildungs- und Berufsverläufe sowie hemmende und fördernde Aspekte herausgestellt. Dabei ging es auch darum, herauszufinden, welche Wege im Umgang mit institutionellen Barrieren, (außer-)familiären Schwierigkeiten maßgeblich waren. Bei den Interviewten wurde darauf geachtet, dass es sich hier um Frauen handelt, deren Erfolg sich daran messen kann, dass sie beruflich erfolgreicher sind, als die Mehrheit der Sintezza und Romnja mit vergleichbaren sozioökonomischen und sozio-strukturellen Ausgangsbedingungen. Interviewt wurden Sintezza der zweiten sowie dritten Nachkriegsgeneration, Romnja, die im Kindesalter 1990 aus dem ehemaligen Jugoslawien sowie Kosovo nach Deutschland geflüchtet waren und Romnja, deren Großeltern als Arbeitskräfte aus dem ehemaligen Jugoslawien angeworben wurden. Die hier angelegte begriffliche Bestimmung beinhaltet damit den persönlichen sozialen Aufstieg sowie eine intergenerationale Aufwärtsmobilität. Durch die Beobachtung von Bildungsverläufen, Berufstätigkeit, politischer Teilhabe und nicht zuletzt der ökonomischen Situation konnte belegt werden, dass es trotz des ausgeprägten Antiziganismus erfolgreiche Karrieren von Sinti- oder Romafrauen gibt. Zu fragen war also nach den Gründen für diesen Erfolg.


Elizabeta Jonuz, Dr.phil., Erzieherin und Diplom Sozialpädagogin, zur Zeit als Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Humanwissenschaftlichen Fakultät, Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften der Universität zu Köln tätig. Ihre Arbeits-und Forschungsschwerpunkte sind: Migrationssoziologie, Stadtsoziologie und Bildungssoziologie.