Antimuslimischer Rassismus in Deutschland

Religion, Kultur und Geschlecht

Mit den bundesweiten Wahlsiegen der AfD und den regelmäßigen PEGIDA-Demonstrationen ist das Feindbild “Islam” weiter auf Vormarsch. Rechtspopulist*innen beschwören den Verlust “deutscher Identität” und mobilisieren gegen Einwanderung und “Überfremdung”. Der antimuslimische Rassismus ist jedoch kein Phänomen des rechten Randes, sondern artikuliert sich in der Mitte der Gesellschaft. In seinem Vortrag geht Ozan Keskinkılıç Spielarten des antimuslimischen Rassismus in gegenwärtigen Debatten über Asyl, Migration, Integration, “Leitkultur” und Islam nach. Er untersucht Narrative des antimuslimischen Rassismus an der Schnittstelle zum Orientalismus und widmet sich Rassifizierungsprozessen, die die Figur des Muslims in der Verschränkung von Kultur, Religion, Geschlecht und Sexualität diskursiv hervorbringen und Diskriminierung legitimieren.


Ozan Keskinkılıç ist Politikwissenschaftler, Aktivist und politischer Bildner. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen kritische Rassismus- und Migrationsforschung, Postkoloniale Theorie und Erinnerungskultur. Im Praxisforschungsprojekt “Erinnerungsorte. Vergessene und verwobene Geschichten” an der Alice Salomon Hochschule Berlin forscht er zu kolonialen Wissensordnungen, Orientalismus und Narrativen des antimuslimischen Rassismus im historischen Kontext. (twitter @ozankeskinkilic)

Aktuelle Publikationen:

Antimuslimischer Rassismus (mit Iman Attia), In: Mecheril, Paul (Hg.) (2016): Handbuch Migrationspädagogik, Weinheim, S. 79-93

‚Der orientalische Mann’ vor|nach Köln. Zur sexuell-kulturellen Dynamik des antimuslimischen Rassismus in der Fluchtdebatte. In: Yurdakul, Gökce u.a. (Hrsg.): Witnessing the Transition: Refugees, Asylum-Seekers and Migrants in Transnational Perspective. Berlin, (forthcoming 2017).